Amrum Glück

Leuchtturm1

Warum bin ich so verrückt nach  dieser Insel? Wie kann ich das nur in Worte fassen? Wie kann man ein Gefühl am besten beschreiben? Ich denke um zu beschreiben, was mich immer wieder genau auf diese kleine nordfriesische Insel fürht ist einfach nur ein einziges Wort. Ein Wort, ein Gefühl: FRIEDEN. Ich kenne keinen Ort an dem ich je mehr Frieden empfunden habe wie auf Amrum. Grenzenloses Glück, ein unendlich friedvolles Gefühl von Ruhe und eine Stille, die man schon fast hören kann. Hört sich merkwürdig an, ist aber so. Kann ich auch garnicht wirklich beschreiben.

Es fängt schon mit den Reisevorbereitungen an. Monate bevor es überhaupt losgeht, planen Steffi (meine beste Freundin und ständige Reisebegleitung) und ich wie wild unseren Urlaub. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und so zelebrieren wir die Vorbereitungen auch jedesmal. Packliste wieder und wieder überarbeiten…“muss ich das einpacken? – ne, brauch ich eigentlich nicht“…gestrichen. Oder aber…“oh, dass muss ich aber diesmal mitnehmen“…“Wenn ich dieses mitnehme, nimmst Du dann jenes mit?“

Dann kommt der Tag vor der Abreise. Oh je, die Nacht ist wieder nix mit schlafen. Stundenlang liege ich wach, weil ich ja extra früh zu Bett gegangen bin um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Klappt natürlich nicht…wie jedes Mal. Die Aufregung ist einfach viel zu groß. Mitten in der Nacht müssen wir ja auch schon los. Also lohnt es ja eh nicht wirklich zu schlafen. Dann schlaf ich halt im Zug. Ach ja…Taxi zum Bahnhof bestellen…bloß nicht vergessen. Hab ich an alles gedacht? Hab ich wirklich alles eingepackt? Dann steht Steffi endlich vor der Türe, wir checken noch mal alles durch und ich kontrolliere zum x-ten mal meine Dokumentenmappe mit den Zug-Tickets und der Bahncard. Dann ist es soweit. Das Taxi ist da. Auf zum Bahnhof. Mit der S-Bahn gehts nach Köln. Noch mal 30 Minuten warten auf den IC nach Dagebüll. Dann fährt der IC ein und wir suchen unsere Plätze. Entspannte 7 1/2 Stunden im Zug warten auf uns. Wenn ich erstmal an meinem Platz bin und der Zug sich in Bewegung setzt ist alles gut. Dann fällt die ganze Anspannung und Aufregung von mir ab und Freude und Zufriedenheit stellen sich ein. Lesen, Musik hören, quatschen oder einfach mal ein Stündchen schlummern. So vergenen die Stunden wie im Flug, bis wir endlich in Dagebüll ankommen. Dort wechseln wir auf die Fähre. Spätestens jetzt stellt ein wohliges Glücksgefühl ein. Sobald die Fähre ablegt und sich gemächlich durch die Wellen pfügt kehrt die Ruhe in mir ein. An Deck lasse ich mir den Wind um die Nase wehen. Ich nehme einen tiefen Atemzug, rieche den Seetang und schmecke das Salz der Nordsee. Obwohl ich aus dem Rheinland komme ist es doch jedesmal als käme ich heim. Endlich ist es dann soweit und die fähre legt in Wittdün an. „Willkommen auf Amrum“ begrüßt uns die Schrift auf dem Fähranleger. Angekommen…angekommen auf der Insel und angekommen in mir selbst. Wir gehen von Bord und mit den ersten Schritten auf Inselboden ist es da…das Glück, die Zufriedenheit. Es ist als wäre ich niemals weg gewesen.

Wir machen uns auf den Weg zum Quartier. Wir beziehen immer die selbe FeWo in Nebel. Klein aber ausgesprochen fein. Wir fühlen uns einfach wohl dort. Im Postwai in Nebel…bester Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen. Am ersten Tag machen wir außer auspacken und das Nötigste einkaufen eigentlich nichts mehr. Die Anreise war lange und wir sind einfach nur noch müde. Wir lassen den Abend ausklingen bei einer schönen Tasse Tee und einem guten Buch. URLAUB…keine Hektig, einfach nur Ruhe.

Wir haben schon einiges gesehen auf Amrum, aber entdecken immer wieder Neues. Einer der beeindruckensden Ausflüge im letzten Urlaub war der Weg zur Vogelkoje und dem Quermarkenfeuer. Wir gingen vom Strunwai aus rechts Richtung Norddorf durch den Wald bis zur Vogelkoje. In einem ehr gemütlichen Tempo mit der Kamera im Anschlag umrundeten wir das Areal. Ein Naturparadies wir man es sich kaum schöner vorstellen kann. Lange beobachten wir die Enten während ihrer „Putz- und Flickstunde“. Ausgiebiges Baden und Federkleidpflege… ein wundervolles Schauspiel. Am kleinen Cafe machen wir Rast auf einer Bank und werden umzingelt von Fasanen. Einige Hähne führen einen regelrechten Harem an Hennen mit sich. Völlig unbeeindruckt von den Besuchern bewegen sche diese wunderschönen Tiere über den großen Platz.

Ente

Von dort aus machen wir uns auf den Weg in Richtung des nachgebauten Steinzeithauses und der Großsteingraber. Wunderbar einsam geht es über Bohlenwege weiter zum Quermarkenfeuer. Zwischdurch haben wir uns immer wieder einmal die Zeit genommen auf einer Bank zu rasten und einfach in die Stille zu lauschen. Man hört nichts…absolut nichts. Hin und wieder vielleicht mal einen Vogel. Aber das war es auch schon. Die Dünen verschlucken das Rauschen der Nordsee gänzlich und es überkommt einen ein Gefühl von Ruhe und Frieden, wie ich es noch niemals vorher erlebt habe. In dieser absoluten Stille im Einklang mit der Natur sitzen wir schweigend auf der Bank und genießen das Hier und Jetzt. Eine Libelle schwebt neben uns in der Luft und verzückt und ehrfürchtig beobachten wir dieses wunderschöne Tierchen. Alles wirkt anders.  Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich mich in solchen Momenten ganz klein fühle. Aber nicht im negativen Sinne, sondern einfach als ein kleiner Teil dieser wundervollen unverbauten und unbevölkerten Natur. Man hört kein Auto, die nächste Straße ist doch weit weg. So sitzen wir in der Stille in mitten der Dünen und merken garnicht, wie die Zeiet vergeht. Irgendwann setzten wir uns wieder in Bewegung und machen uns auf den Weg zumQuermarkenfeuer. Oben angekommen genießen wir die Aussicht. Wir machen gefühlte 1Mio. Fotos und setzen danach unseren Weg fort. Dem Bohlenweg folgend Richtung Strand. Links rum weiter durch den Sand. Für Muschelsucher tut sich hier ein Paradies auf. Immer wieder wird sich nach einer besonders schönen Muschel, oder einem Stück Treibholz gebückt. Natürlich fotografieren wir alles was nicht schnell genug weglaufen kann. Vorbei an Panchos Burg geht es weiter zum Strandabschnitt von Nebel. Panchoss Burg muss man sich einfach anschauen. Auf der einen Seite ist es erschreckend wieviel Müll und Unrat angeschwemmt werden, aber auf der anderen Seite ist es beeindruckend zu sehen was der Künstler daraus macht. Eine Strandburg nur gebaut aus dem was das Meer an Land spült.

Quermarkenfeuer          Panscho

Am Strand von Nebel machen wir Rast zum Abendessen im Strandpirat. Kann ich wirklich empfehlen. Ein nettes Lokal mit guter Küche und moderaten Preisen. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zurück zum Quartier. Müde aber glücklich lassen wir den Abend ausklingen.

So gehen die Tage dahin. Und jeden Tag sind wir unterwegs. Ob es nun nur an der Wattseite Nebels Richtung Wittdün ist (wunderbar, wenn man ein Auge für Hühnergötter hat. Kann man dort mit ewas Glück finden) oder Richtung Norddorf mit Blick auf die Insel Föhr.

ODDE

An einem anderen Tag machen wir uns auf den Weg zur Amrumer Odde. ein Paradies für Vogelliebhaber. Da wir im Herbst da waren konnten wir unmengen Seevögel beobachten, die Rast auf ihrem Weg in wärmere Gefilde auf Amrum machten. Eine ständige Geräuschkulisse umweht uns. Ein krasser Gegensatz zu dem Ausflug zum Quermarkenfeuer! Aber nicht minder schön!!! Das geschäftige Treiben der Vögel zu beobachten ist eine wahre Freude. Und ständig weht uns eine steife Brise um die Ohren.

Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht wenigstens eine kleine Runde drehen. Und wenn es auch nur durchs Dorf ist oder einmal zur Mühle und zurück. Oder aber zur Kirche mit den sprechenden Steinen und dem Friedhof der Namenlosen. Wir müssen einfach rauß! Müssen die gute Luft einatmen, die schon fast berauschend wirkt. Ich glaube jeder Amrumbesucher wird wissen was ich meine.

Irgendwann kommt dann auch wieder der Tag der Abreise. Koffer sind gepackt, Wohnung ist aufgeräumt…also machen wir uns ganz früh noch im Dunkeln auf den Weg zum Bus, der uns zum Fähranleger in Wittdün bringen soll. Mit der ersten Fähre des Tages machen wir uns auf den Weg nach Dagebüll. Langsam bewegt sich die Fähre durch Wellen und wir nehmen Abschied von der schönsten Insel. In Dagebüll legen wir gern noch einmal einen Zwischenstopp ein und gönnen uns ein kleines Frühstück im Bistro des Fähranlegers mit Blick auf die Nordsee. Wehmütig sitzen wir am großen Fenster und schauen hinaus aufs Wasser, wissend, dass ein wunderschöner Urlaub zuende ist, aber auch wissend, dass wir bald wieder kommen werden. Bald ist es Zeit den Zug zu besteigen und die lange Fahrt Richtung Heimat an zu treten. Aber eigentlich verabschieden wir uns gerade von der Heimat. Zumindest was die Heimat meines Herzens angeht.

Unvergessliche 2 Wochen sind vorüber, aber die Vorfreude auf das nächste Mal ist jetzt schon da. Und so beginnt alles wieder von vorn.  Vielleicht konnte ich Euch ja ein klein wenig näher bringen, warum ich diese Insel so liebe. Dies wird sicher nicht mein letzter Beitrag zu Amrum sein. Ich würde mich freuen, wenn Ihr vielleicht den einen oder anderen Kommentar hinterlassen würdet und mir sagt ob es euch gefallen hat.

Lieben Gruß

Eure Tina

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Ich, bummelige Hummel, bin nun auch unter die Blogger gegangen

Amrum Muscheln

Tja, nun hab ich es doch getan…ich blogge…wie aufregend!!!

Nach dem mir die liebe Elke mit ihrem tollen Wanderblog quasi den Mund wässrig gemacht hat und mir das ein oder andere mal vorschlug ich solle mir das doch mal überlegen und auch mit dem Bloggen anfangen, („Du hast so viel zu erzählen…und dann mit deinen Fotos…“) mach ich es jetzt einfach mal.

Was wird es wohl für ein Blog werden? Nun ja, ich denke es wird eine Mischung aus Reiseberichten und Fotosafari werden. Aber mich zieht es nicht an weit entfernte, unbekannte und exotische Orte. Nein, denn wie Goethe schon sagte: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“. mich reizt Deutschland als Reiseland viel mehr. Besonders hat es mir die Nordseeinsel Amrum angetan. Sie wird sicherlich oft Thema sein. Ebenso zieht es mich auf die Ostseeinsel Rügen. Auf die Gegensätze werde ich später noch eingehen. Vielleicht in einem speziellen Beitrag.

Neben den Inseltouren, die bei mir jedes Jahr auf dem Programm stehen (Amrum und Rügen im jährlichen Wechsel), mache ich für mein Leben gern Kurztrips in diverse deutsche Städte.

Meine Berichte sind sicher keine Werbeberichte für Touristikverbände, sondern nur meine eigenen Eindrücke und Erfahrungen. Was hat mir gefallen? Was habe ich unternommen? Welche Stimmung löst ein bestimmtes Reiseziel bei mir aus?  Warum gerade dieses Ziel? Würde ich dort nochmal hin fahren? Fragen über Fragen, die ich nur zu gerne beantworte. In erster Linie für mich. Aber eben auch für Sie/Euch da draußen um Euch an meiner Reiselust teilhaben zu lassen. Vielleicht werdet Ihr ja neugierig und schaut Euch die eine oder andere Gegend dann selbst einmal an.

Das hier ist kein Wanderblog. Ich bin vom Wandern in etwa soweit entfernt, wie eine Schnecke vom Weltrekord im Sprinten!!! Nicht umsonst heißt mein Blog Bummelhummel´s Schnappschüsse! Meine kurzen Beinchen tragen ein recht stattliches Gewicht spazieren (Was die „Hummel“ erklärt). Und da ich gerne auf meinen Touren fotografiere, geht es da auch schon mal etwas „bummelig“ zu. So kam es also zu dem Namen. Naja, eigentlich heiße ich Martina…also kurz Tina.

Mal sehen wie das hier so weiter geht. Ich freue mich auf alles was da kommen mag. Über Kommentare freue ich mich natürlich auch. Ich bin doch tatsächlich etwas aufgeregt, wie sich das alles entwickelt. Aber ich freue mich drauf.

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen.

Eure

Tina

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